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Arzneimittel-Report 2005 |
Das GMG enthält viele Ansätze für die Arzneimittelversorgung, die der
Forderung nach mehr Transparenz, mehr Effi zienz und Qualität sowie
einem besseren Preis-Leistungsverhältnis folgen. Dass im Konsens
vereinbarte Reformen aber auch immer bittere Ergebnisse mit sich
bringen, ist wahrscheinlich unvermeidbar. Wir hätten die Positivliste
ohne Zweifel gebraucht, damit nicht nur zukünftig Nutzenbewertungen
das Angebot differenzieren, sondern auch aktuell ein Instrument für den
schon bestehenden Markt vorhanden wäre, das den Vertragsärztinnen
und -ärzten einen Leitfaden für die Auswahl bietet. So sind wieder alle
nicht auf dem Entwurf der Positivliste genannten Mittel, um die es doch
so viele Auseinandersetzungen gab, sozusagen durch die konsensuale
Hintertür wieder verordnungsfähig. Auf Dauer kann eine kontinuierliche
Nutzenbewertung allerdings die Rolle der Positivliste übernehmen.
Sinnvoll ist sicherlich die Veränderung hin zu einer prozentualen
Zuzahlung für Arzneimittel, allerdings wird es durch den Fixaufschlag bei
den verschreibungspfl ichtigen Mitteln keine Zuzahlung mehr unter dem
Mindestbetrag von 5 Euro geben, auch bei solchen Generika, die bis lang
unter der Zuzahlungsgrenze lagen. Solche Unterschreitungen kommen
allenfalls noch bei den Mitteln vor, die aus dem Ausnahme katalog der
nicht-verschreibungspfl ichtigen Mittel verordnet werden dürfen und nach
der alten Preisspannenverordnung abgerechnet wer den.
Es ist aber zu hoffen, dass mit diesen neuen Strukturen und Regu lationen
das Potenzial für mehr Effi zienz, Qualität und Wettbewerb in der Realität
auch sichtbar werden wird, das ihnen inne wohnt. Umgehungs strategien
zu fi nden ist allerdings bei vielen Akteuren der wichtigste Ansporn, wenn
neue Gesetze in Kraft treten.
In dem nun vorgelegten GEK-Arzneimittel-Report 2005 haben wir
bereits viele Veränderungen aus dem Jahr 2004 gegenüber dem Jahr
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2003 dokumentiert, die auf die Regelungen des GMG zurückzuführen
sind. Insofern enthalten derartige Projektberichte auch Ergebnisse einer
"Politikfolgenforschung", die aufgrund veränderter Rahmenbedingungen
in unserem Gesundheitssystem zustande kommen. Die Praxisgebühr,
modifi zierte Zuzahlungsregeln oder die Herausnahme von nicht-verschreibungspfl
ichtigen Mitteln aus der Verordnungsfähigkeit im Rahmen
der GKV (bis auf wenige Ausnahmen), haben sowohl die Menge als auch
den Charakter der angewendeten Arzneimittel verändert. Dies haben wir in
unserem GEK-Arzneimittel-Report 2005 berücksichtigt. Wir haben auch,
wie in den bisher erschienenen Reports Hinweise auf Qualitätsdefi zite
und Einsparpotenziale gegeben, noch immer gibt es nämlich Beispiele
für eine dringend optimierungsbedürftige Struktur- und Prozessqualität
auf unserem Markt. Dies ist das immer wieder aktuelle Ergebnis unserer
jährlichen Reporte.
Wir möchten allen danken, die uns bei der Auswertung der 19 Millionen
Datensätze unterstützt haben: Der GEK und ihrem Vorstands vorsitzenden
Dieter Hebel, der sich mit uns für mehr Qualität und Effi zienz in der
Arzneimitteltherapie engagiert, der Firma Interforum in Leipzig mit den
Herren Wippich und Seeber, die uns tech nisch mit Rat und Tat zur Seite
standen, sowie Angela Fritsch, Dr. Sabine Grunow, Dr. Cornelia Heitmann,
Frieda Höfel, Falk Hoffmann, Claudia Kretschmer, Katrin Lorek, Frank
Meyer, Dr. Christel Schicktanz, Daniela Stahn, Jens Wahls, Sötje Witt und
Edda Würdemann, die mit uns diesen GEK-Report erstellt haben.
Gerd Glaeske&Katrin Janhsen