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Arzneimittel-Report 2005

1 Einleitung

2 Ergebnisse der Arzneimittelanalysen

  2.1 Methodik
  2.2 Die Ergebnisse in der übersicht
  2.3 Arzneimittelgruppen mit den höchsten Veränderungsraten
  2.4 Ausgaben nach Kassenärztlichen Vereinigungen – für alle und für umstrittene Arzneimittel
  2.5 Generika-Verordnungen
  2.6 Analogpräparate
  2.7 Deutliche Veränderungen bei den nicht-rezeptpfichtigen Mitteln
  2.8 Hinweise zu den am meisten verordneten Arzneimitteln
  2.9 Geschlechtsspezifi sche Unterschiede in der Arzneimittelversorgung
Katrin Janhsen


3 Spezielle Analysen zu einzelnen Indikationsgebieten

Generika Verordnungen

Die noch immer wirksamste Form der Effi zienzoptimierung liegt in der Substitution mit Generika, die nach dem Patentauslaufen von Erstanbieterpräparaten zur Kostendämpfung beitragen können. Man sollte daher doch vermuten dürfen, dass Ärztinnen und Ärzte bei den be grenzten fi nanziellen Mitteln in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Notwendigkeit, auch bei den eigenen Arzneimittel verordnungen auf Wirtschaftlichkeit zu achten, die Generika-Verordnung als Möglichkeit weitestgehend nutzen, um sich "Luft" für sinnvolle, meist aber teure therapeutische Innovationen zu schaffen – "Headroom for Innovation" (Efpia, 1998). Doch die Hoffnung auf Ratio nalität in dieser Beziehung trügt: Nach wie vor werden bei vielen Wirk stoffen, die als Generika längst bewährt und z.T. auch im Hinblick auf ihre Gleichwertigkeit mit den erstangebotenen Produkten geprüft sind, mögliche Rationalisierungspotenziale nicht genutzt (siehe Tabelle 2.6).

Zum Beispiel Metoprolol: Es gibt überhaupt keinen Grund, diesen Wirkstoff nicht breit als kostengünstiges Generikum zu verordnen – dennoch besteht hier noch immer ein Einsparpotenzial von rund 20% von 4 Mio. Euro, immerhin 840 Tsd. Euro. Seit einiger Zeit auf dem Markt ist ein Ciclosporin-Generikum, zugelassen und in der Qualität geprüft mit dem Hinweis durch die Zulassungsbehörde, dass dieses Generikum in der Therapie an die Stelle des bisherigen "Originals" treten kann: Einsparmöglichkeiten von 415 Tsd. Euro wären bei der GEK möglich, wenn 62 Ciclosporin als Generikum verordnet würde.

Drittes Beispiel Enalapril - hier ist das Effi zienzoptimierungspotenzial besonders hoch: Die Verordnungskosten betrugen im Jahre 2004 2,4 Mio. Euro, durch die stärkere Nutzung von Generika wären 410 Tsd. Euro einzusparen, also knapp 20%.

Bei den insgesamt 33 ausgewählten Wirkstoffen käme es zu einer Entlastung durch weitergehende und kostengünstige Generika-Verord nungen von rund 10% - statt 41,5 Mio. Euro reichten rund 37,7 Mio. Euro aus, um die gleichen Mittel in der gleichen Menge bei guter Quali tät verordnen zu können. Und dies nicht einmal gerechnet zum güns tigsten Preis von angebotenen Generika, sondern zum mittleren Preis der real verordneten Mittel. Weitere viel verordnete Wirkstoffe werden in der Zwischenzeit ebenfalls als Generika angeboten, erwähnt sei hier z.B. das Amlodipin. Bislang werden bei nur knapp 70% aller generika fähigen Verordnungen solche kostengünstigen Alternativen genutzt – 85 - 90% sollten aber erreichbar sein. Schon heute ist dieser hohe Anteil zwar der höchste Substitutionsanteil international, doch dies kann kein Argument dagegen sein, die bestehenden Möglichkeiten noch extensi ver zu nutzen, wenn damit bei gleicher Qualität Kosten eingespart werden können – für die GEK sicherlich etwa 5% der Gesamtausgaben. Dieses Potenzial sollte auch genutzt werden, schlieülich dient eine solche Substitution insbesondere der Effi zienzoptimierung, die bedeutet, mit weniger eingesetzten (fi nanziellen) Ressourcen das gleich gute Therapieziel zu erreichen. Und dies ist mit den kostengünstigen Generika allemal möglich.