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Arzneimittel-Report 2005 |
Die noch immer wirksamste Form der Effi zienzoptimierung liegt in der
Substitution mit Generika, die nach dem Patentauslaufen von Erstanbieterpräparaten
zur Kostendämpfung beitragen können. Man sollte
daher doch vermuten dürfen, dass Ärztinnen und Ärzte bei den be grenzten
fi nanziellen Mitteln in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und
der Notwendigkeit, auch bei den eigenen Arzneimittel verordnungen auf
Wirtschaftlichkeit zu achten, die Generika-Verordnung als Möglichkeit
weitestgehend nutzen, um sich "Luft" für sinnvolle, meist aber teure
therapeutische Innovationen zu schaffen "Headroom for Innovation"
(Efpia, 1998). Doch die Hoffnung auf Ratio nalität in dieser Beziehung
trügt: Nach wie vor werden bei vielen Wirk stoffen, die als Generika
längst bewährt und z.T. auch im Hinblick auf ihre Gleichwertigkeit mit den
erstangebotenen Produkten geprüft sind, mögliche Rationalisierungspotenziale
nicht genutzt (siehe Tabelle 2.6).
Zum Beispiel Metoprolol: Es gibt überhaupt keinen Grund, diesen Wirkstoff
nicht breit als kostengünstiges Generikum zu verordnen dennoch
besteht hier noch immer ein Einsparpotenzial von rund 20% von 4 Mio.
Euro, immerhin 840 Tsd. Euro. Seit einiger Zeit auf dem Markt ist ein
Ciclosporin-Generikum, zugelassen und in der Qualität geprüft mit dem
Hinweis durch die Zulassungsbehörde, dass dieses Generikum in der
Therapie an die Stelle des bisherigen "Originals" treten kann: Einsparmöglichkeiten
von 415 Tsd. Euro wären bei der GEK möglich, wenn
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Ciclosporin als Generikum verordnet würde.
Drittes Beispiel Enalapril - hier ist das Effi zienzoptimierungspotenzial
besonders hoch: Die Verordnungskosten betrugen im Jahre 2004 2,4
Mio. Euro, durch die stärkere Nutzung von Generika wären 410 Tsd. Euro
einzusparen, also knapp 20%.
Bei den insgesamt 33 ausgewählten Wirkstoffen käme es zu einer Entlastung
durch weitergehende und kostengünstige Generika-Verord nungen
von rund 10% - statt 41,5 Mio. Euro reichten rund 37,7 Mio. Euro aus, um
die gleichen Mittel in der gleichen Menge bei guter Quali tät verordnen
zu können. Und dies nicht einmal gerechnet zum güns tigsten Preis von
angebotenen Generika, sondern zum mittleren Preis der real verordneten
Mittel. Weitere viel verordnete Wirkstoffe werden in der Zwischenzeit
ebenfalls als Generika angeboten, erwähnt sei hier z.B. das Amlodipin.
Bislang werden bei nur knapp 70% aller generika fähigen Verordnungen
solche kostengünstigen Alternativen genutzt 85 - 90% sollten aber
erreichbar sein. Schon heute ist dieser hohe Anteil zwar der höchste
Substitutionsanteil international, doch dies kann kein Argument dagegen
sein, die bestehenden Möglichkeiten noch extensi ver zu nutzen, wenn
damit bei gleicher Qualität Kosten eingespart werden können für die GEK
sicherlich etwa 5% der Gesamtausgaben. Dieses Potenzial sollte auch
genutzt werden, schlieülich dient eine solche Substitution insbesondere
der Effi zienzoptimierung, die bedeutet, mit weniger eingesetzten
(fi nanziellen) Ressourcen das gleich gute Therapieziel zu erreichen. Und
dies ist mit den kostengünstigen Generika allemal möglich.