1 Einleitung2 Ergebnisse der Arzneimittelanalysen 2.1 Methodik 2.2 Die Ergebnisse in der übersicht 2.3 Arzneimittelgruppen mit den höchsten Veränderungsraten 2.4 Ausgaben nach Kassenärztlichen Vereinigungen für alle
und für umstrittene Arzneimittel 2.5 Generika-Verordnungen 2.6 Analogpräparate 2.7 Deutliche Veränderungen bei den nicht-rezeptpfichtigen Mitteln 2.8 Hinweise zu den am meisten verordneten Arzneimitteln 2.9 Geschlechtsspezifi sche Unterschiede in der
Arzneimittelversorgung
Katrin Janhsen3 Spezielle Analysen zu einzelnen Indikationsgebieten
Analogpräparate
Jahr für Jahr kommen Arzneimittel in den Markt, deren therapeutischer
Nutzen gegenüber bereits verfügbaren und angewendeten Arzneimitteln
umstritten ist. Diese Analogpräparate ohne erkennbaren Zusatznutzen
werden zumeist zu höheren Preisen als die bereits verfügbaren Alternativen
angeboten und tragen somit zwar zur Ausgabensteigerung, aber
nicht zu besseren Therapieergebnissen bei. Die folgende Tabelle enthält
einige Beispiele von Arzneimitteln, die im Jahre 2003 in den Handel
kamen. Erkennbar ist, dass einige dieser Mittel gegen bereits angebotene
Mittel ausgetauscht werden könnten, dass aber einige Präparate
in einen Preiswettbewerb mit angebotenen teuren Arzneimitteln mit gleichem
therapeutischen Ziel treten und daher zu einer Effi zienz optimierung
beitragen können. Daher sollte immer wieder geprüft werden, ob einzelne
Analogpräparate zum Preiswettbewerb in noch patentgeschützten
Arzneimittelgruppen beitragen können. In solchen Fällen sind
Analogpräparate sicherlich positiv zu bewerten und damit anders als in
den Fällen, in denen Analogpräparate ohne jeglichen Zusatznutzen, weder
therapeutisch noch ökonomisch, die Arznei mittelauswahl erschweren.
In der vorliegenden Auswahl könnten immerhin rund 45% der Ausgaben
eingespart werden, wenn auf unnötige Analogpräparate verzichtet
würde.
Tabelle 2.7
Verordnungsmenge, Kosten und Einsparpotenzial für
Analogpräparate (Klasse C) aus dem Jahr 2003
im Jahr 2004
| Analogpräparat |
Verordnungsmenge in DDD |
Kosten in Euro |
Alternativ- Präparat |
Kosten pro DDD |
Einsparpotenzial in Euro |
| Avodart |
64.350,00 |
88.455,40 |
1,37 |
Vorteil gegen Propecia |
1,75 |
(23.935,62) |
| Bextra |
768.490,00 |
616.410,58 |
0,80 |
Diclofenac |
0,35 |
347.196,53 |
| Cipralex |
248.090,00 |
287.446,15 |
1,16 |
Citalopram |
0,74 |
103.583,12 |
| Emtriva |
5220,00 |
47.503,74 |
9,10 |
Vorteil gegen Epivir |
9,76 |
(3.450,42) |
| Evra |
39.956,00 |
19.062,39 |
0,48 |
Cilest |
0,27 |
8.361,29 |
| Levitra |
142,00 |
1076,07 |
7,58 |
Vorteil gegen Viagra |
10,27 |
(381,71) |
| Gesamt |
|
|
1.059.954,33 |
|
|
Gesamtersparnis 486.908,69 |
Insgesamt ist bekannt, dass Analogpräparate im Gesamtmarkt etwa 25 -
30% vom gesamten Umsatz ausmachen, ähnliches ist auch bei der GEK
festzustellen, wenn nicht nur die Analogprodukte des Vorjahres aufgelistet
werden. Die Analogprodukte machen deshalb den gröüten und
ärgerlichsten Anteil an den Kostensteigerungen bei einer gesetzlichen
Krankenkasse wie der GEK aus im Jahre 2004 etwa 80 Millionen
Euro. All diese Verordnungen können durch presigünstigere Verordnungen
ersetzt werden, das Effi zienzoptimierungspotenzial ist daher
unübersehbar: Mindestens 10 15%, so die Schätzungen "stecken"
als Rationalisierungsreserve in diesem Verordnungssegment. Es ist zu
erwarten und zu hoffen, dass durch die 4. Hürde und durch die erwei terte
Festbetragsregelung, nach der auch neue Arzneimittel ohne er kennbaren
therapeutischen Zusatznutzen einer Festbetragsgruppe unterstellt werden
können, diese unnötig hohen Ausgabenanteile für Analogpräparate
reduzieren können.