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Arzneimittel-Report 2005

1 Einleitung

2 Ergebnisse der Arzneimittelanalysen

3 Spezielle Analysen zu einzelnen Indikationsgebieten

  3.1 Hormontherapie in und nach den Wechseljahren – Welche Entwicklungen lassen sich derzeit ausmachen?
  3.2 Indikationsbereich Diabetes mellitus
  3.3 Erste Auswertungen des GEK-Disease Management Programms "Besser leben" für Typ-2-Diabetiker
  3.4 Benzodiazepine: Verordnungstrend erkennbar
  3.5 Demenz – Probleme einer alternden Bevölkerung
  3.6 Neuroleptika
   3.6.1 Welche Substanzen werden verordnet?
   3.6.2 Wer wird mit Neuroleptika therapiert?
   3.6.3 Welche Diagnosen stehen hinter Neuroleptika-Verordnungen?
   3.6.4 Einmal ist kein Mal? Behandlungsverläufe bei Neuroleptika
   3.6.5 Pharmakoökonomie: Money for value – Value for money?
   3.6.6 Fazit
  3.7 Begleitmedikation bei ADHS

Pharmakoökonomie: Money For Value – Value For Money?

Frank Meyer
Unter Mitarbeit von Katrin Janhsen und Gerd Glaeske

Neuroleptika (Antipsychotika) werden zur Behandlung psychischer Erkrankungen wie Schizophrenien, Manien, Verhaltensstörungen (z.B. Aggressivität) und Dämpfung von Agitiertheit bei psychotischen Zuständen eingesetzt. Darüber hinaus scheint in Deutschland die fragwürdige Anwendung als Beruhigungs- und Schlafmittel verbreitet zu sein (Glaeske, 1989; Linden&Gothe, 1993; Linden&Thiels, 2001).

Neuroleptika zeigen zwar prinzipiell ein ähnliches Wirkprofi l, nämlich die Abschwächung der sog. Plus-Symptomatik einer Psychose (Wahnvorstellungen, Agitation, innere Unruhe, Gefühlsstörungen), jedoch handelt es sich pharmakologisch keineswegs um eine homogene Gruppe. Die Einführung des Chlorpromazin (in Propaphenin) in den fünfziger Jahren revolutionierte die Psychiatrie. Die damals neuartige Pharmakotherapie mit Neuroleptika ermöglichte vielen Patienten die Entlassung aus der stationären Versorgung. Auch die nachfolgenden Wirkstoffe wie Risperidon, Olanzapin u.a. gelten als Beispiele für Erfolg und Innovation der modernen Pharmakotherapie und Arzneistoffentwicklung. Die Neuroleptikatherapie ist jedoch nicht unproblematisch: Eine gefürchtete Nebenwirkung sind motorische Störungen, sog. Dyskinesien. Dys kinesien können entweder als parkinsonähnliche Symptome frühzeitig nach Beginn der Therapie (Frühdyskinesien) oder erst nach Monaten bzw. Jahren der Dauertherapie (Spätdyskinesien) auftreten. Spätdys kinesien sind unkontrollierte, wiederholte Bewegungen (z.B. Mund zucken) und können irreversibel sein. Früh- und Spätdyskinesien stigmatisieren Patienten auf unerträgliche Weise. Im Folgenden soll der praktische Umgang mit den Neuroleptika in der ambulanten Versorgung untersucht werden. Es wird die Evidenz aus klinischen Studien zusam mengefasst und der realen Versorgungssituation der GEK-Versicherten gegenübergestellt.