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Arzneimittel-Report 2005

1 Einleitung

2 Ergebnisse der Arzneimittelanalysen

3 Spezielle Analysen zu einzelnen Indikationsgebieten

  3.1 Hormontherapie in und nach den Wechseljahren – Welche Entwicklungen lassen sich derzeit ausmachen?
  3.2 Indikationsbereich Diabetes mellitus
  3.3 Erste Auswertungen des GEK-Disease Management Programms "Besser leben" für Typ-2-Diabetiker
  3.4 Benzodiazepine: Verordnungstrend erkennbar
  3.5 Demenz – Probleme einer alternden Bevölkerung
  3.6 Neuroleptika
  3.7 Begleitmedikation bei ADHS
   3.7.1 ADHS – Aufmerksamkeits-Defi zit-Hyperaktivitäts-Störung
   3.7.2 Ursachen von ADHS
   3.7.3 Medikamentöse Behandlung
   3.7.4 Wirkung von Methylphenidat
   3.7.5 Begleitmedikation bei ADHS
   3.7.6 Datengrundlage
   3.7.7 Ergebnisse
   3.7.8 Fazit

ADHS – Aufmerksamkeits Defi Zit Hyperaktivitäts Störung

ADHS (Aufmerksamkeits-Defi zit-Hyperaktivitäts-Störung) wurde schon 1845 von dem Frankfurter Psychiater Dr. H. Hoffmann in seinem Buch "Der Struwwelpeter" mit den Figuren des "Zappelphilipp", dem "Träumerle" und "Hans-Guck-in-die-Luft" vorgestellt. Die Diagnose ADHS wird in den letzten Jahren mit zunehmender Häufi gkeit gestellt. Im Jahr 2002 wurden 23mal mehr Tagesdosen von Methylphenidat, dem am häufi gs ten eingesetzten Wirkstoff verordnet als Anfang der 90er Jahre (Sonder heft ADHS).Die Angaben zur Häufi gkeit sind international sehr unter schiedlich. Sie schwanken zwischen 2 und 18%, je nach zu Grunde liegenden Diagnosekriterien und nach Regionen. In Deutschland geht man davon aus, dass 2 – 6% aller Kinder und Jugendlichen von ADHS betroffen sind, leichte bis subklinische Formen kommen bei bis zu 19% vor (Fegert et al. 2002). Jungen sind 3 - 9mal häufi ger betroffen als Mädchen. Damit ist ADHS eines der häufi gsten chronisch verlaufenden Krankheitsbilder bei Kindern und Jugendlichen (Döpfner 2000).

Als ADHS wird eine verminderte Fähigkeit zur Selbststeuerung bei Kindern und Jugendlichen beschrieben. Störungen treten hauptsächlich in folgenden drei Bereichen auf:


Die Diagnose ADHS erfolgt nach festgelegten Kriterien. Diese sind im ICD-10 festgelegt, einem weltweit angewandten Internationalen Klassifi - kationsschema der Weltgesundheitsorganisation und im DSM IV, dem Diagnostischen und Statistischen Manual psychischer Störungen der American Psychiatric Association. Die genannten Klassifi kations schemata sind nicht vollkommen gleich, stimmen aber in grund sätzlichen Aspekten überein.

Manche als "auffällig" eingeordnete Verhaltensweisen können in verschiedenen Altersstufen zu einer normalen Entwicklung gehören. Kinder müssen erst lernen, aufmerksam zu sein und ihre Vorhaben in planvolles Handeln umzusetzen. Symptome, die vorschnell an ADHS denken lassen, können auch andere Ursachen haben. Körperliche Erkrankungen, Teilleistungsstörungen und andere mögliche Gründe müssen daher vor einer Behandlung unbedingt ausgeschlossen werden, um zu vermeiden, dass lediglich unerwünschte Verhaltensweisen medikalisiert werden oder die wirklichen Ursachen für die Verhal tensauffälligkeiten unerkannt bleiben. Nicht immer, wenn ein Kind oder Jugendlicher Verhaltensauffälligkeiten zeigt, liegt ADHS vor. Tempera mentsmerkmale und Entwicklungsphasen (z.B. Trotzphase, Pubertät) sind zu berücksichtigen. Auch besondere Einschnitte in der Lebens situation können zu Störungen und Auffälligkeiten im Verhalten führen. Allein ein Orts- oder Schulwechsel stellt für Kinder und Jugendliche eine enorme Belastung dar. Andere schwierige oder sogar traumatische Situationen können sich durch Trennung der Eltern oder den Tod eines Familienangehörigen ergeben.