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Arzneimittel-Report 2005

1 Einleitung

2 Ergebnisse der Arzneimittelanalysen

3 Spezielle Analysen zu einzelnen Indikationsgebieten

  3.1 Hormontherapie in und nach den Wechseljahren – Welche Entwicklungen lassen sich derzeit ausmachen?
  3.2 Indikationsbereich Diabetes mellitus
  3.3 Erste Auswertungen des GEK-Disease Management Programms "Besser leben" für Typ-2-Diabetiker
  3.4 Benzodiazepine: Verordnungstrend erkennbar
  3.5 Demenz – Probleme einer alternden Bevölkerung
  3.6 Neuroleptika
  3.7 Begleitmedikation bei ADHS
   3.7.1 ADHS – Aufmerksamkeits-Defi zit-Hyperaktivitäts-Störung
   3.7.2 Ursachen von ADHS
   3.7.3 Medikamentöse Behandlung
   3.7.4 Wirkung von Methylphenidat
   3.7.5 Begleitmedikation bei ADHS
   3.7.6 Datengrundlage
   3.7.7 Ergebnisse
   3.7.8 Fazit

Ursachen Von ADHS

Fachleute (u.a. Hüther, G. Bonney, H. 2002) gehen davon aus, dass neurobiologische und psychosoziale Faktoren zusammenwirken müs sen, damit es zur Erkrankung kommt. Die neurobiologischen Verän derungen betreffen vor allem eine Verminderung des Neurotransmitters Dopamin.

Neurotransmitter (Botenstoffe) regeln den Informations austausch zwischen den Nervenzellen. Dopamin ist in bestimmten Hirn abschnitten für koordinierte Bewegung, emotionale Steuerung und ziel gerichtete Aufmerksamkeit zuständig. Bei ADHS ist aus verschiedenen Gründen zu wenig Dopamin vorhanden. Hieraus entsteht eine Reiz offenheit, Reize wirken ungefi ltert auf die Kinder und Jugendlichen ein und können nicht richtig verarbeitet werden. Dies führt dazu, dass es den Kindern und Jugendlichen schwer fällt, ihren Bewegungsdrang, ihre Gefühle und ihre Aufmerksamkeit zu kontrollieren. Die Fähigkeit zur Selbststeuerung ist vermindert. Um diesen Mangel ausgleichen zu können, brauchen Kinder und Jugendliche im sozialen Umfeld konkrete Unterstützung und Hilfe. Insbesondere sind klare, überschaubare und berechenbare Strukturen und Regeln notwendig (Döpfner et al. 2000).

Nach der sorgfältig gestellten Diagnose ADHS sollte die Behandlung auf mehreren miteinander verzahnten Ebenen erfolgen. Dies wird in einem multimodalen Behandlungskonzept umgesetzt (Lehmkuhl, Döpfner & Schubert 2001). Es bezieht auch die Beratung von Eltern, Angehörigen und anderen Bezugspersonen (Lehrer, Betreuer) sowie psycho therapeutische und psychosoziale Behandlungs- und Betreuungs maünahmen ein. Die Bedeutung des multimodalen Behandlungs konzepts hat unter anderem die MTA (Multimodal-Treatment - Study of Children) Studie von 1999 mit Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren gezeigt. Ziel der Untersuchung war es, die Wirkungen verschiedener Therapieansätze miteinander zu vergleichen (MTA Study 1999).