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Arzneimittel-Report 2005 |
Fachleute (u.a. Hüther, G. Bonney, H. 2002) gehen davon aus, dass
neurobiologische und psychosoziale Faktoren zusammenwirken müs sen,
damit es zur Erkrankung kommt. Die neurobiologischen Verän derungen
betreffen vor allem eine Verminderung des Neurotransmitters Dopamin.
Neurotransmitter (Botenstoffe) regeln den Informations austausch
zwischen den Nervenzellen. Dopamin ist in bestimmten Hirn abschnitten
für koordinierte Bewegung, emotionale Steuerung und ziel gerichtete
Aufmerksamkeit zuständig. Bei ADHS ist aus verschiedenen Gründen zu
wenig Dopamin vorhanden. Hieraus entsteht eine Reiz offenheit, Reize
wirken ungefi ltert auf die Kinder und Jugendlichen ein und können nicht
richtig verarbeitet werden. Dies führt dazu, dass es den Kindern und
Jugendlichen schwer fällt, ihren Bewegungsdrang, ihre Gefühle und ihre
Aufmerksamkeit zu kontrollieren. Die Fähigkeit zur Selbststeuerung ist
vermindert. Um diesen Mangel ausgleichen zu können, brauchen Kinder
und Jugendliche im sozialen Umfeld konkrete Unterstützung und Hilfe.
Insbesondere sind klare, überschaubare und berechenbare Strukturen
und Regeln notwendig (Döpfner et al. 2000).
Nach der sorgfältig gestellten Diagnose ADHS sollte die Behandlung auf
mehreren miteinander verzahnten Ebenen erfolgen. Dies wird in einem
multimodalen Behandlungskonzept umgesetzt (Lehmkuhl, Döpfner &
Schubert 2001). Es bezieht auch die Beratung von Eltern, Angehörigen und
anderen Bezugspersonen (Lehrer, Betreuer) sowie psycho therapeutische
und psychosoziale Behandlungs- und Betreuungs maünahmen ein. Die
Bedeutung des multimodalen Behandlungs konzepts hat unter anderem
die MTA (Multimodal-Treatment - Study of Children) Studie von 1999 mit
Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren gezeigt. Ziel der Untersuchung
war es, die Wirkungen verschiedener Therapieansätze miteinander zu
vergleichen (MTA Study 1999).