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Arzneimittel-Report 2005

1 Einleitung

2 Ergebnisse der Arzneimittelanalysen

3 Spezielle Analysen zu einzelnen Indikationsgebieten

  3.1 Hormontherapie in und nach den Wechseljahren – Welche Entwicklungen lassen sich derzeit ausmachen?
  3.2 Indikationsbereich Diabetes mellitus
  3.3 Erste Auswertungen des GEK-Disease Management Programms "Besser leben" für Typ-2-Diabetiker
  3.4 Benzodiazepine: Verordnungstrend erkennbar
  3.5 Demenz – Probleme einer alternden Bevölkerung
  3.6 Neuroleptika
  3.7 Begleitmedikation bei ADHS
   3.7.1 ADHS – Aufmerksamkeits-Defi zit-Hyperaktivitäts-Störung
   3.7.2 Ursachen von ADHS
   3.7.3 Medikamentöse Behandlung
   3.7.4 Wirkung von Methylphenidat
   3.7.5 Begleitmedikation bei ADHS
   3.7.6 Datengrundlage
   3.7.7 Ergebnisse
   3.7.8 Fazit

Medikamentöse Behandlung

Die Frage einer medikamentösen Behandlung ist eine der umstrittensten Fragen in der Diskussion um ADHS (Caspers-Merk 2002). Die medikamentöse Therapie mildert die Symptome für die Zeit der Einnahme, ursächlich ändert sich nichts. Einige Experten gehen davon aus, dass 209 circa 30-60% der Betroffenen auch im Erwachsenenalter verhaltensauffällig bleiben und sogar rund 80% lebenslang mit Restsymptomen leben müssen (Overmeyer&Ebert 1999). Die Entscheidung über die Notwendigkeit einer medikamentösen Behandlung von ADHS kann nur durch den behandelnden Arzt im Einzelfall getroffen werden, nachdem die Diagnose sorgfältig gestellt wurde (Döpfner et al. 2000). Nur wenn die Diagnose ADHS gesichert ist, sollten Medikamente gegeben werden. Am häufi gsten wird der Wirkstoff Methylphenidat eingesetzt, enthalten in den Präparaten Ritalin, Medikinet, Concerta oder Equasym. Präparate mit dem Wirkstoff Methylphenidat – aus der Arzneistoffgruppe der Amphetamine – unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz, das heiüt, dass an die Verordnung dieser Medikamente auf einem speziellen Rezept. bestimmte Anforderungen im Hinblick auf die Dauer, Menge und Dosierung gestellt werden.

Methylphenidat wird als sicheres, wirksames und gut verträgliches Arzneimittel beschrieben (Goldmann et al.1998, ADHD Consensus Statement 2000). Das Erscheinen von Behandlungsleitlinien - z.B. awmf Leitlinien – sowie die anhaltende Diskussion in der –ffentlichkeit über das Krankheitsbild ADHS hat vermutlich zu einem Anstieg der Verordnungen beigetragen. Dies zeigt sich in den Daten des GKV-Arzneimittelreports (Schwabe/Paffrath) insbesondere seit Mitte der 90iger Jahre. Die Frage ist, ob der Verordnungsanstieg Ausdruck der Umsetzung vorhandener Leitlinien ist oder ob hier eventuell eine Medikalisierung psychosozialer Probleme stattfi ndet. Es ist problematisch, wenn Kinder schon früh die Erfahrung machen müssen, dass man mit "Pillen" Probleme zu lösen versucht. Fördert diese Erfahrung nicht möglicherweise einen unkritischen Umgang mit Arzneimitteln im Erwachsenenalter? Obwohl Methylphenidat schon seit 1954 im Handel ist, fehlen Untersuchungen zur Langzeitbehandlung ebenso wie auch zum Einsatz bei Kindern unter sechs Jahren (Bundesdrucksache 2002, arznei-telegramm 2000: 79).