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Arzneimittel-Report 2005 |
Methylphenidat ist ein Psychostimulans und indirekt wirkendes
Sympathomimetikum mit zentral stimulierender Wirkung. Es bewirkt
eine Veränderung der Dopaminkonzentration im Gehirn. Indirekt
wirkende Sympathomimetika führen durch eine erhöhte Freisetzung von
Noradrenalin aus den synaptischen Vesikeln zu einer erhöhten Aktivität
des Sympathikus. Die zentral stimulierende Wirkung äuüert sich unter
anderem in einer Steigerung der Konzentrationsfähigkeit.
Als Kontraindikationen, also Erkrankungen, die vor einer Gabe von
Methylphenidat ausgeschlossen werden sollten, werden u. a. genannt:
endogene Depression und Angsterkrankungen. Vorsicht ist geboten
bei Patienten mit Krampfanfällen in der Vorgeschichte oder mit einem
EEG (Elektroenzephalogramm) - Befund, der auf eine Neigung zu
Krampf anfällen schlieüen lässt. Es ist bekannt, dass Methylphenidat
die Krampfschwelle herabsetzen kann. In seltenen Fällen kann dies
auch bei Patienten vorkommen, deren Anamnese (Vorgeschichte der
Erkran kung) weder Krampfanfälle noch einen entsprechenden EEG -
Befund aufweisen. Die Sicherheit einer gleichzeitigen Anwendung von
Antiepileptika/Antikonvulsiva (Arzneimittelgruppen gegen Krampfanfälle)
und Methylphenidat ist nicht nachgewiesen. (WINAPO Lauer Taxe, Stand
15.5.2005).
Diese Aussagen unterstreichen die Wichtigkeit der richtigen Diagnosestellung.
Jeder Arzt muss vor der Verordnung eines Methylphenidat -
Präparates eine individuelle Nutzen-Risiko Bewertung vornehmen.
Aus diesem Grund werden in dieser Untersuchung insbesondere die
Verordnungen von Antiepileptika und Psycholeptika bei Kindern und
Jugendlichen mit Methylphenidat - Verordnungen betrachtet.