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Arzneimittel-Report 2005

1 Einleitung

2 Ergebnisse der Arzneimittelanalysen

3 Spezielle Analysen zu einzelnen Indikationsgebieten

  3.1 Hormontherapie in und nach den Wechseljahren – Welche Entwicklungen lassen sich derzeit ausmachen?
  3.2 Indikationsbereich Diabetes mellitus
  3.3 Erste Auswertungen des GEK-Disease Management Programms "Besser leben" für Typ-2-Diabetiker
  3.4 Benzodiazepine: Verordnungstrend erkennbar
  3.5 Demenz – Probleme einer alternden Bevölkerung
  3.6 Neuroleptika
  3.7 Begleitmedikation bei ADHS
   3.7.1 ADHS – Aufmerksamkeits-Defi zit-Hyperaktivitäts-Störung
   3.7.2 Ursachen von ADHS
   3.7.3 Medikamentöse Behandlung
   3.7.4 Wirkung von Methylphenidat
   3.7.5 Begleitmedikation bei ADHS
   3.7.6 Datengrundlage
   3.7.7 Ergebnisse
   3.7.8 Fazit

Ergebnisse

Im Jahr 2003 waren 229.437 Kinder und Jugendliche im Alter von 3- 17 Jahren ganzjährig in der GEK versichert, davon 117.158 (51,06%) männlichen und 112.279 (48,94%) weiblichen Geschlechts. (Tabelle 3.33)

31.570 Kinder und Jugendliche erhielten keine Arzneiverordnung, davon waren 56% männlich und 44% weiblich.

194.756 Versicherte erhielten mindestens eine Arzneiverordnung in 2003 (aber keine Methylphenidat - Verordnung), davon 96.888 Versicherte männlichen (49,75%) und 97.868 (50,25%) weiblichen Geschlechts. (Tabelle 3.34)

In der Altersgruppe der 3 bis 14jährigen bekommen männliche und weibliche Kinder und Jugendliche prozentual ähnlich häufi g Arzneimittel verordnet. Ab dem Alter von 15 Jahren bekommen mehr weibliche Jugendliche Arzneiverordnungen als männliche Jugendliche dieser Altersgruppe, was u. a. damit zusammenhängt, dass junge Mädchen Schmerzmittel zur Behandlung von Menstruationsbeschwerden und die "Pille" zur Empfängnisverhütung verordnet bekommen.

3.111 Versicherte, davon 2.590 (83,25%) männlichen und 521 (16,75%) weiblichen Geschlechts erhielten in 2003 mindestens eine Stimulantienverordnung. Berücksichtigt wurden die in Deutschland erhältlichen Fertigpräparate – Ritalin, Medikinet, Equasym, Concerta - mit dem Wirkstoff Methylphenidat. (Tabelle 3.35) Keine Berücksichtigung fanden Importe und Rezepturzubereitungen mit Methylphenidat und Amphetamin.

übertragen auf die 229.473 GEK - Versicherten in der Altersgruppe der 3-17jährigen erhielten mit den 3.111 Versicherten im Untersuchungszeitraum damit 1,36% mindestens eine Verordnung eines Präparates mit dem Wirkstoff Methylphenidat. Davon entfallen fast ¾ (74%) der Verordnungen auf die 9-14jährigen Jungen und Mädchen. Zu beachten ist auch, dass 25 Kinder unter 6 Jahren ein entsprechendes Präparat erhalten, obwohl es für diese Altersgruppe gar nicht zugelassen ist. (off – label - use).

Das Verhältnis männlich / weiblich von 5:1 kann damit hier erneut bestätigt werden, wie schon in anderen Untersuchungen zuvor (Glaeske, G. et al. 2004).

Folgende Daten ergaben sich zur Begleitmedikation aus der Gruppe der ATC Codes N03 Antiepileptika und N05 Psycholeptika.

33 und damit 1,06% (95% Konfi denzintervall 0,70 – 1,42) der 3.111 Versicherten mit Methylphenidat - Verordnungen erhalten im Untersuchungszeitraum mindestens eine Verordnung der ATC Gruppe N03 (Antiepileptika).

In der Gruppe der Versicherten ohne Methylphenidat - Verordnung erhalten 989 und damit 0,51% (95% Konfi denzintervall 0,48 – 0,54) der 194.756 Versicherten eine Verordnung der ATC Gruppe N03.

Kinder und Jugendliche mit Methylphenidat - Verordnungen bekommen danach signifi kant häufi ger Antiepileptika verordnet als Kinder und Jugendliche ohne Methylphenidat - Verordnungen. Auch wenn die Anzahl der auswertbaren Daten relativ gering ist, sollte dieses Ergebnis ernst genommen werden.

128 und damit 4,1% (95% Konfi denzintervall 3,40 – 4,82) der 3.111 Versicherten mit Methylphenidat - Verordnungen erhalten im Untersuchungszeitraum zusätzlich mindestens eine Verordnung aus der ATC Gruppe N05 (Psycholeptika).

In der Gruppe der Versicherten ohne Methylphenidat - Verordnung erhalten dagegen nur 2.829 und damit 1,45% (95% Konfi denzintervall 1,40 – 1,50) der 194.756 Versicherten mindestens eine Verordnung der ATC Gruppe N05 (Psycholeptika) (z.B. Risperdal, Zyprexa).

Auch hier zeigt sich also, dass Kinder und Jugendliche mit Methylphe nidat - Verordnungen signifi kant häufi ger Psycholeptika verordnet bekommen als Kinder und Jugendliche ohne diese Verordnung.