![]() |
Arzneimittel-Report 2005 |
Im Jahr 2003 waren 229.437 Kinder und Jugendliche im Alter von 3-
17 Jahren ganzjährig in der GEK versichert, davon 117.158 (51,06%)
männlichen und 112.279 (48,94%) weiblichen Geschlechts. (Tabelle
3.33)
31.570 Kinder und Jugendliche erhielten keine Arzneiverordnung, davon
waren 56% männlich und 44% weiblich.
194.756 Versicherte erhielten mindestens eine Arzneiverordnung in 2003
(aber keine Methylphenidat - Verordnung), davon 96.888 Versicherte
männlichen (49,75%) und 97.868 (50,25%) weiblichen Geschlechts.
(Tabelle 3.34)
In der Altersgruppe der 3 bis 14jährigen bekommen männliche und
weibliche Kinder und Jugendliche prozentual ähnlich häufi g Arzneimittel
verordnet. Ab dem Alter von 15 Jahren bekommen mehr weibliche
Jugendliche Arzneiverordnungen als männliche Jugendliche dieser
Altersgruppe, was u. a. damit zusammenhängt, dass junge Mädchen
Schmerzmittel zur Behandlung von Menstruationsbeschwerden und die
"Pille" zur Empfängnisverhütung verordnet bekommen.
3.111 Versicherte, davon 2.590 (83,25%) männlichen und 521 (16,75%)
weiblichen Geschlechts erhielten in 2003 mindestens eine Stimulantienverordnung.
Berücksichtigt wurden die in Deutschland erhältlichen
Fertigpräparate Ritalin, Medikinet, Equasym, Concerta - mit dem
Wirkstoff Methylphenidat. (Tabelle 3.35) Keine Berücksichtigung fanden
Importe und Rezepturzubereitungen mit Methylphenidat und Amphetamin.
übertragen auf die 229.473 GEK - Versicherten in der Altersgruppe der
3-17jährigen erhielten mit den 3.111 Versicherten im Untersuchungszeitraum
damit 1,36% mindestens eine Verordnung eines Präparates mit
dem Wirkstoff Methylphenidat. Davon entfallen fast ¾ (74%) der Verordnungen
auf die 9-14jährigen Jungen und Mädchen. Zu beachten ist auch,
dass 25 Kinder unter 6 Jahren ein entsprechendes Präparat erhalten,
obwohl es für diese Altersgruppe gar nicht zugelassen ist. (off label
- use).
Das Verhältnis männlich / weiblich von 5:1 kann damit hier erneut bestätigt
werden, wie schon in anderen Untersuchungen zuvor (Glaeske, G. et
al. 2004).
Folgende Daten ergaben sich zur Begleitmedikation aus der Gruppe der
ATC Codes N03 Antiepileptika und N05 Psycholeptika.
33 und damit 1,06% (95% Konfi denzintervall 0,70 1,42) der 3.111
Versicherten mit Methylphenidat - Verordnungen erhalten im Untersuchungszeitraum
mindestens eine Verordnung der ATC Gruppe N03
(Antiepileptika).
In der Gruppe der Versicherten ohne Methylphenidat - Verordnung
erhalten 989 und damit 0,51% (95% Konfi denzintervall 0,48 0,54) der
194.756 Versicherten eine Verordnung der ATC Gruppe N03.
Kinder und Jugendliche mit Methylphenidat - Verordnungen bekommen
danach signifi kant häufi ger Antiepileptika verordnet als Kinder und
Jugendliche ohne Methylphenidat - Verordnungen. Auch wenn die Anzahl
der auswertbaren Daten relativ gering ist, sollte dieses Ergebnis ernst
genommen werden.
128 und damit 4,1% (95% Konfi denzintervall 3,40 4,82) der 3.111
Versicherten mit Methylphenidat - Verordnungen erhalten im Untersuchungszeitraum
zusätzlich mindestens eine Verordnung aus der ATC
Gruppe N05 (Psycholeptika).
In der Gruppe der Versicherten ohne Methylphenidat - Verordnung erhalten
dagegen nur 2.829 und damit 1,45% (95% Konfi denzintervall 1,40 1,50)
der 194.756 Versicherten mindestens eine Verordnung der ATC Gruppe
N05 (Psycholeptika) (z.B. Risperdal, Zyprexa).
Auch hier zeigt sich also, dass Kinder und Jugendliche mit Methylphe nidat
- Verordnungen signifi kant häufi ger Psycholeptika verordnet bekommen
als Kinder und Jugendliche ohne diese Verordnung.